Eine Auswahl von Geldkunstwerken differenzierter künstlerischer Annäherung in diversen Gattungen und Techniken aus dem Sammlungsbestand war im Behren Palais, Berlin, zu sehen.
Thematische Akzente: Banken, DDR und Politik.
Die Ausstellung wurde am 14. Juli 2015 mit einer Einführung durch den Sammler eröffnet.

»Seit 20 Jahren sammelt Berliner Anwalt für Urheber- und Medienrecht Dr. Stefan Haupt zeitgenössische Kunst, die sich mit dem Thema Geld beschäftigt. Anfangs - getreu dem beziehungsreichen Titel - auf überschaubaren Umfang angelegt, besteht die Sammlung mittlerweile aus fast 250 Arbeiten von 140 Künstlern, darunter Werken von Stephan
Balkenhol, Thomas Baumgärtel, Joseph Beuys, WP Eberhard Eggers, Justine Smith, Anton Stankowski und Klaus Staeck.
Aufgrund der Allgegenwärtigkeit des Geldes, und nicht zuletzt wegen zahlreicher Währungsveränderungen und Finanzkrisen, ist das Thema in der zeitgenössischen Kunst ein wichtiger Gegenstand künstlerischer Auseinandersetzung geworden. Die Werke der Sammlung thematisieren diese unterschiedliche individuelle und gesellschaftliche Bewertung des Geldes - eindrucksvoll veranschaulicht in der Arbeit »Money for Art« von Lee Mingwei. Der Künstler schenkte Menschen unterschiedlicher Herkunft eine aus einem 10-Dollar-Schein gefaltete Origami-Skulptur. Manche Besitzer kauften davon Eis oder Schuhe, andere hingegen ehrten sie als Kunstwerk. Die Dokumentation des Projektes bildete Mitte der 1990er Jahre einen der Grundsteine für den Aufbau der Sammlung Haupt. Sie ist innerhalb einer Auswahl von Geldkunstwerken differenzierter künstlerischer Annäherung in diversen Gattungen und Techniken aus dem Sammlungsbestand bis Ende September [verlängert bis Dezember] im Behren Palais zu sehen.
Es werden die Themen Banken, DDR und Politik schwerpunktmäßig vorgestellt.
Die von Hermann Büchner eingerichtete Ausstellung wurde am 14. Juli 2015 mit einer Einführung durch den Sammler eröffnet.

Beratungsräume
In den beiden Beratungsräumen werden prägnant soziale, politische sowie Aspekte des Währungsübergangs-/ Geldumtauschs als Ausgangspunkt künstlerischer Auseinandersetzung genreübergreifend thematisiert. Themen, die dabei eine Rolle spielen, sind D-Mark und Mark der DDR (West- und Ostmark), Phänomene des Ursprünglichen (Darstellung von Münzen als ursächliches Tausch- bzw. Zahlungsmittel), der Währungskrisen mit den Risiken der globalen Finanzkonstrukte, aber auch der Mentalitäten im Umgang mit Geld am Beispiel des gefalteten 10-Dollar-Scheins... Die Arbeiten offenbaren zugleich die Vielfalt künstlerischer Techniken: mehrfarbiger Holzschnitt und Lithografie, Inkjet, Fotografie, Diasec, Assemblage bzw. Readymade.

Flur
An den Wandsegmenten im Flur werden - mit fließenden Übergängen zu Themen und Techniken in den beiden Beratungsräumen - vorwiegend heiter-ironische, spielerische und skurrile künstlerische Adaptionen des Themas Geld präsentiert: von der Überformung und Umwidmung vorgefundener Original-Banknoten bis hin zur Kreation eigener virtueller Währungen in Gestalt des sog. Künstlergeldes. Die Arbeiten stehen ebenfalls für die Spannweite künstlerischer Techniken und Materialien von der klassischen Radierung bis hin zum Scherenschnitt und modernen digitalen Drucktechniken. Auch gemalte ›Banknotenporträts‹ wirklicher und fiktiver Währungen sind hier zu sehen.
Darüber hinaus umfasst die Werkauswahl freistehende plastische Arbeiten größeren und kleineren Formats, die in Korrespondenz zu den Grafiken, Bildern und Fotografien in den o. g. Bereich sowie den Vorstandsbüros gezeigt werden. Audio- und Videoarbeiten zum Thema »Geld«, die seit jeher einen Schwerpunkt der Sammlungstätigkeit von Dr. Stefan Haupt darstellen, sind in Form audio-visueller Reproduktion im Foyerbereich im ersten OG bzw. im Bereich der Vorstandsbüros zu erleben.

Abgerundet wird die Ausstellung von einer Reihe kleinformatiger Multiples und Unikate, darunter Künstlergeld-Münzen, Arbeiten mit Schreddergeld und Banknoten-Faltungen, präsentiert im Vitrinenschrank im Vorstandsbüro.

Die Ausstellung umfasst Werke folgender Künstler:
Irene Andessner, Irene Anton, Ian Anüll, Thomas Baumgärtel, Mathieu Beausejour, Joseph Beuys, BEWEGUNG NURR & Florian Göpfert, JSG Boggs, Victor Bonato, Ioë Bsaffot (Hrsg.), Dadara, Ruprecht Dreher, WP Eberhard Eggers, Maria Fisahn, Agathe Fleury, Fabian Fontain, Jan Henderikse, Georg Herold, Ottmar Hörl, Robert Jelinek, Susi Jirkuff, Pete Jones, Harald Klemm, Vollrad Kutscher, Lee Mingwei, Lilli & Lola, Karen Michelsen Castañón, Wolfgang Nieblich, Maria & Natalia Petschatnikov, Gertraude Pohl, Jochen Schamal, Jürgen Schieferdecker, Esther Shalev-Gerz, Sebastian Siechold, Justine Smith, Christa Sommerer und Laurent Mignonneau, Gerd Sonntag, Daniel Spoerri, Klaus Staeck, Anton Stankowski, Jonny Star, Hans Ticha, Michael Timpson, Philipp Valenta, Andreas von Weizsäcker, Petrus Wandrey, Stefan Wewerka, Ulrich Wüst.« (aus der Information zur Ausstellung)