Collection

Die Sammlung des Berliner Urheberrechtsanwalts Dr. Stefan Haupt umfasst über 270 Arbeiten unterschiedlicher Techniken und inhaltlicher Ansätze. Allen Werken ist der Aspekt der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Thema Geld gemeinsam - und damit liefert die thematische Sammlung vielfältige Einsichten in die Art und Weise, wie Künstler mit Geld umgehen, über Geld und Währungsphänomene reflektieren. Neben unikaten Objekten, Ready-mades, Fotografie oder Collagen unter Verwendung von echtem Geld, findet sich ein breit gefächertes Spektrum von Künstlergeld in Form von Druckgrafik und Malerei. Künstlerbücher, Plakate und Video-Arbeiten runden das Bild ab - sowie auch, aus der jüngeren Zeit, Werke der Digital Art im Kontext moderner Medien und des Internets.

Zu Glanzstücken der Sammlung gehören Arbeiten von Joseph Beuys ein Zyklus hintersinniger Assemblagen, mit denen sich Barton Lidicé Beneš zu diversen Währungen ins Verhältnis gesetzt hat, ebenso wie das Lichtobjekt "$" des Franzosen Mathieu Mercier, Fotografien von Jerry Berndt; Timm Ulrichs und Michael Timpson.

Werke der Sammlung waren seit 2011 in Ausstellungen und -beteiligungen in Berlin, Stendal, Leipzig, Halle (Saale), Budapest und Baden-Baden zu sehen.

Eine Auswahl von Arbeiten wird in dieser und den nächsten Ausgaben von Stiftung&Sponsoring mit Abbildungen und kurzen beschreibenden Texten vorgestellt.

Jeder Mensch misst Geld eine andere Bedeutung zu. Die Kunstwerke der Sammlung Haupt thematisieren diese unterschiedliche individuelle und gesellschaftliche Bewertung des Geldes, wie auch der Sammlungstitel "Dreißig Silberlinge" verdeutlicht. Judas hat Jesus für 30 Silberlinge verraten. Welche Summe ist heute nötig, damit jemand unmoralisch handelt oder seinen Nächsten ins Unglück stürzt?

Geld bestimmt das Leben und Handeln und bildet die Existenzgrundlage der westlichen kapitalistischen Welt. Die Arbeiten der Sammlung Haupt üben Kritik am kapitalistischen Finanzsystem oder am Kunstmarkt. Sie weisen auf soziale Missstände von Gesellschaften hin und beschäftigen sich mit politischen und historischen Ereignissen wie der Deutschen Wiedervereinigung, Währungsunionen oder Wirtschaftskrisen. Kulturelle Unterschiede oder ästhetische Errungenschaften sowie auch die Rolle des Individuums in einer Gesellschaft hinterfragen die Künstler in den Arbeiten der Sammlung Haupt.


Über den Sammler

Als Anwalt für Urheber-, Medien- und Verlagsrecht waren Stefan Haupts Begegnungen mit Künstlern und Galeristen anfangs auf den rechtlichen Bereich beschränkt. Bald wollte Haupt wissen, welche Kunst sich hinter den juristischen Anliegen verbirgt. Der Aufbau der Sammlung begann schließlich mit dem Ankauf der Arbeit "Money for Art" (1997) des in New York lebenden, taiwanesischen Künstlers Lee Mingwei. Das Werk, bestehend aus fünf Fotografien und einer Origami-Skulptur, ist die Dokumentation einer Aktion, bei der der Künstler gefaltete 10-Dollar-Scheine an insgesamt neun Personen übergeben und deren individuellen Gebrauch in Abständen von sechs und zwölf Monaten dokumentiert hat. Diese Arbeit zum Umgang mit dem Kunst- bzw. Geldwert der Origami-Skulptur faszinierte den Sammler - der thematische Schwerpunkt der Sammlung war gefunden und der Grundstein gelegt.

Dr. Stefan Haupt arbeitet im Beirat von DISKURS Berlin.